Kinder_und_Hunde

Kinder und Tiere bilden ein unschlagbares Team. Oder nicht?

Kein Zweifel, Kinder lieben Tiere. Kein Kind wird mit einer Aversion gegen Vierbeiner geboren, noch nicht einmal gegen Spinnen. Mitgebracht wird allerdings ein gesundes Warnsystem. So werden zum Beispiel die gelb-schwarzen Streifen einer Wespe instinktiv mit Gefahr assoziiert.

Anders ist es mit Hunden, Katzen, Pferden und sonstigen domestizierte Weggefährten des Menschen, sind zu Freunden geworden und tief mit der menschlichen Seele verbunden.

Kulturhistorisch gesehen wäre der Mensch ohne Tiere heute nicht dort wo er ist. Tiere halfen dem Menschen, zu überleben, Land zu besiedeln, Kriege zu gewinnen, sich über weite Strecken fortzubewegen. Menschen passten ihre Lebensverhältnisse an die Tiere ihrer Region an.

Asiatische und afrikanische Nomadenvölker wanderten mit ihren Tieren, während die Domestikation des Rindes dazu führte, dass die Menschen in unseren Breitengraden sesshaft werden konnten. Und innerhalb dieser jahrtausendealten Symbiose passten sich auch die Tiere dem Menschen an.

Unter ihnen ist der Hund das Tier, dass am längsten mit dem Menschen lebt. Gute 15.000 Jahre Erfahrung machen ihn zu dem Lebewesen, dass die menschliche Mimik und Gestik am besten lesen kann. Hunde kennen uns in- und auswendig. Und das, obwohl sie genetisch weitaus entfernter sind, als zum Beispiel Schimpansen.

Die Beziehung zu Tieren ist nicht nur praktischer Natur. Forscher der Universität Budapest haben nachgewiesen, dass Hunde sich ebenso an uns binden, wie wir uns an sie. Die Tests zeigten, dass ähnlich wie Kleinkinder, Hunde Stressreaktionen zeigten, wenn ihre Bezugsperson den Raum verlies. Die Bindung zwischen Tierhalter und hochsozialen Tieren wie Hunden, ist vergleichbar mit der Bindung zwischen Eltern und Kindern. Es wird deutlich, dass die Beziehung zu einem Tier vielschichtig sein kann und auf beiden Seiten intensive emotionale Reaktionen entstehen.

Umfangreiche Studien belegen heute die Wirkmechanismen von Tieren auf den Menschen. In enger Wechselwirkung stehen hierbei physische, psychische und soziale Effekte, die sich gegenseitig beeinflussen.

Das Zusammensein mit einem Hund oder Pferd macht tierliebende Menschen jeden Alters glücklich. Katzen schnurren ihre Menschen gesund, und auch Nutztiere nehmen -wenn man sie lässt- intensiv Anteil am Leben ihrer Menschen!

Das Geheimnis liegt dabei auch in der nonverbalen Kommunikation. Unser Hund kann uns lesen, reagiert auf unsere Körpersprache, oftmals sogar lange bevor wir uns unserer Stimmung bewusst sind.

Hunde begegnen uns vorurteilsfrei, für sie brauchen wir nicht perfekt sein – nur freundlich und ehrlich. Diese Umstände machen Hunde und andere Tiere so attraktiv für Kinder.

Wie wir in unserer Arbeit Tiere und Kinder in Interaktion miteinander bringen können, wie sich Begegnungen gestalten lassen, was beim Zusammenleben von Kind und Hund beachtet werden sollte sowie weitere Aspekte des Themas „Kind & Tier“ werden wir an dieser Stelle fortführen.

Über Ihr Feedback und spezielle Fragestellungen zum Thema würde ich mich freuen!

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